UNSERE PHILOSOPHIE

Wir, die Ackerhelden, sind ein junges Unternehmen, das sich zum Ziel gemacht hat, die Menschen regional und emotional wieder näher an das heranzubringen, was sie täglich essen.


Hierfür haben wir das Konzept der Selbsternte gewählt und neu interpretiert. Die Grundidee bleibt dabei gleich: Interessierte Ackerheld:innen bewirtschaften für eine Saison ein biozertifiziertes, mit verschiedenen Gemüsepflanzen vorbepflanztes Ackerstück, auf dem frisches Biogemüse geerntet, neu gesät, gepflanzt und mit den eigenen Händen geackert wird. Dabei setzen wir auf Kooperationen und Synergien mit Landwirt:innen und Organisationen, um die Wertschöpfung in dem jeweiligen Bezirk, der Stadt oder auch der Region zu bündeln.

Neben den Bio-Gemüsegärten entwickeln und begleiten wir sozial-ökologische Infrastrukturprojekte wie Quartiersprojekte, Workshops und pädagogische Bildungskonzepte für Kinder und Jugendliche, bieten Hochbeete für Privatpersonen und Unternehmen an und versorgen gartenaffine Held:innen mit unseren Saatgutpaketen, Informationen und dem Ackerhelden-Gartenbuch. 

 

Wir freuen uns auf Euch! Euer Ackerheld:innen-Team




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Frischer, regionaler und saisonaler geht Gemüse nicht



ACKERHELDEN-BLOG

Der Acker als Oase der Selbstfindung

 

Es ist Dienstagmorgen und ich lege eine alte Zeitung in meinen Korb, dazu noch ein kleines Küchenmesser. Gleich soll es mit dem Fahrrad übers Feld zum Acker gehen! Ab dem Frühjahr konnte ich von den "Ackerhelden" ein kleines Stückchen Land für eine Saison pachten. Nun also auf zur Heldenmission mit Sonnenhut!

Als ich ankomme, sehe ich schon einige Störche im nahen Feld nach Nahrung suchen, über mir ziehen Greifvögel ihre Runden. Zunächst organisiere ich mir eine große Hacke aus dem Geräteraum, der hier sinnigerweise "Rechenzentrum" heißt. Die ersten Ackerhelden sind derweil schon im Einsatz. Mit grünen und orangenen Gießkannen bewaffnet werden eifrig die gesetzten Bio-Pflänzchen gegossen. Auch einen Blühstreifen mit bunten Blumen für Biene, Hummel und Co. gibt es. Die blauen Kornblumen werden gerade eifrig angeflogen.

Ach, wie wunderbar ist es doch, sich in diesen neuen unsicheren Zeiten auf ein übersichtliches Terrain zu begeben, dieses zu bewirtschaften und dann auch ordentlich ernten zu können!

 

 

Ganz glücklich gehe ich zuerst meine kleine Parzelle ab, erkunde, was in den letzten 2,3 Tagen herangewachsen ist. Tatsächlich entdecke ich eine kleine Zucchini, die nun plötzlich reif ist. Sogar an der Peperoni-Pflanze leuchtet mir eine erste dunkelrote Schote entgegen. Doch zunächst muss gehackt werden, damit der Boden das Wasser besser aufnehmen und halten kann. All diese Tipps habe ich den Mails der Ackerheldenzentrale entnommen, die ich als "Städterin" und neue Biogärtnerin zugesandt bekam.

Ganz schön anstregend mit der Hacke den Boden aufzulockern! Schon morgens um 8 Uhr läuft mir der Schweiß von der Stirn, denn eigentlich ist es schon spät. Der richtige Gärtner ist früher dran. Doch bin ich hier ja nicht auf der Suche nach Optimierungspotentialen, sondern möchte abschalten und mich wieder "erden" und mit meinen eigenen Händen etwas bearbeiten.

So ist natürlich auch Zeit für ein kleines Gespräch mit meiner Parzellennachbarin, die sich mit einigen Freundinnen zusammen ein Fleckchen Erde gepachtet hat, einfach als Ausgleich zur täglichen Arbeit, erzählt sie mir.

Nach dem Austausch kleiner Anbautipps gehen wir wieder inspiriert ans Werk. Der krustige Ackerboden wird wieder mit der Hacke aufgelockert, Unkraut als biologisches Düngemittel wieder untergegraben. Durch die gleichmäßige Bewegung bei der Arbeit kommt mein unruhiger Geist zur Ruhe. Jetzt bin ich ganz bei mir, vergesse meine Umgebung, ja, es fühlt sich wie ein kleiner Flow an, bei der die Zeit vergessen wird.

Na, hoppla - schon 9 Uhr! Jetzt aber wässern. Gegenüber erklärt gerade eine junge Mutter ihrer 4-jährigen Tochter, wie sie am besten die Pflanzen gießt, ohne dass die Blätter zu sehr nass werden.

Für die heimatliche Küche hole ich noch einiges an Gemüse aus dem Beet. Dafür brauche ich jetzt das kleine Küchenmesser, um die Frucht abzuschneiden. Die kleine Ernte lege ich ihn den mit Zeitungspapier ausgelegten Korb. Meine ersten Zucchinis sind zwar etwas klein und krumm, dafür aber selbst gezogen und als Biogemüse sehr gesund. Stolz und zufrieden radle ich nach Hause.

 

Passagen aus einem Text von: Beate Deister